Anwendungen und Beispiele

Auf Basis der fünf, im Akrostichon ECRAN angesprochenen Leitprinzipien und der neun ihnen entsprechenden Grundsätze im Umgang mit Denkmälern können nunmehr alle baulichen Maßnahmen einem oder mehreren Bereichen im Schirmmodell spezifisch zugeordnet werden und generieren hierdurch eine mit ihnen korrespondierende charakteristische Grafik.

 

Dabei gilt es zu fragen, ob die Maßnahme als Ganzes oder nach einzelnen, oft verschieden behandelten Teilabschnitten bewertet werden soll.

So etwa bedeutet es einen Unterschied, ob der originalgetreue Nachbau eines fehlenden Fensters samt Gaube im Rahmen einer größeren Gebäudesanierung und daher als Reparatur betrachtet wird (R 2) oder aber als isolierte Rekonstruktions- bzw. Anverwandlungs-Maßnahme (R 5). Die Grenzen sind fließend und das genaue Bild resultiert in jedem Einzelfall aus der detaillierten Analyse aller Teilmaßnahmen.

 

Basierend auf der grafischen Umsetzung in Dreiecksdiagrammen (Strukturdreiecke, Analogogramme, Ternary Plots, vgl. Links) lassen sich über den Zwischenschritt einer 3x3-Matrix (CRE, REA, EAN) aus den drei Dreiecken des Fünfecks schirm- oder zeltförmige Grafiken generieren, die als der spezifische Fingerabdruck einer Baumaßnahme im Bestand gelten können.

 

Die hier bebilderten Beispiele stellen einen kursorischen ersten Schritt auf dem Weg zu einem "fabric fingerprint“ dar, der es zukünftig ermöglichen soll, Baumaßnahmen im Bestand zu charakterisieren und zu klassifizieren sowie digital vergleichbar zu machen.

Dabei wird es darauf ankommen, die formbildenden Parameter des Schirms, also Lage (Farbigkeit), Größe, Seil- und Stablänge sowie Spannrichtung, mit den Kenngrößen einer Baumaßnahme zu korrelieren und zu einem CAD-gestützten unverwechselbaren Bild zu verdichten.